Liebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter,

Ich möchte mich herzlich bei Euch für das entgegengebrachte Vertrauen bei der Wahl zum neuen Schiedsrichter-Obmann der Schiedsrichtergruppe Calw bedanken.

Es ist mir bewusst, dass die Fußstapfen immens groß sind, in die ich mich hier begebe. Deshalb kann ich das auch nur mit Euch Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und einem funktionierenden Ausschuss Team schaffen.

Das Team sieht wie folgt aus:

  • Benjamin Haug (Obmann, Einteilung Aktive)
  • Christine Böttiger (stellv. Obfrau, Einteilung Jugend, SR Erhaltung)
  • Kai Reichert (stellv. Obmann, Förderkader, Schriftverkehr, Futsal)
  • Julius Wick (Paten Neulinge)
  • Vincent Schöller (Jung Schiedsrichter)
  • Steffen Gayer (Organisation und Veranstaltungen)
  • Alexandra Hiller (Frauenbeauftragte und SR-Erhaltung)
  • Wolfgang Bastians (Verantwortlicher SR-Neulinge und SR- Gewinnung)
  • Kevin Fach (Jugendschutz und Spielberichte)

Unsere Ziele, die wir uns zunächst gesteckt haben:

  1. Schiedsrichtergewinnung und -erhaltung während und nach der Pandemie
  2. Talentförderung und Coaching
  3. Konzept für Trainings- und SR-Bekleidung

Der größte Dank geht an unseren Ehrenobmann Erich Frey, der 27 Jahre lang einen gigantischen Job für die SRG Calw gemacht hat.

Ich möchte mich ebenfalls bei allen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie bei allen Gästen für die Teilnahme an der Hauptversammlung 2021 bedanken und hoffe wir sehen uns bald physisch wieder und nicht nur digital und am liebsten sehr zeitnah auf den Sportplätzen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch und eine konstruktive Zusammenarbeit mit Euch!

Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute, bleibt gesund!

Bis bald,
Benny Haug
SR Obmann SRG Calw

Simmersfelder stellt sein Amt nach rund drei Jahrzehnten zur Verfügung

Am heutigen Freitag treffen sich die Fußball-Schiedsrichter der Gruppe Calw zur virtuellen Hauptversammlung. Nach über 35 Jahren – davon die letzten 27 Jahre als Obmann – scheidet Erich Frey aus Simmersfeld aus dem Führungsgremium aus. In einem Interview mit dem Schwarzwälder Boten blickt er zurück auf mehr als drei Jahrzehnte Ehrenamt.
 

Der Beirat des Württembergischen Fußballverbandes hat im Rahmen seiner Sitzung am Freitag, 9. April, entschieden, die Meisterschaftsrunde 2020/21 mit sofortiger Wirkung zu beenden. Da die erforderliche Anzahl von Spielen für eine sportliche Wertung nicht erreicht ist, bleibt als Konsequenz daraus nur die Annullierung der Saison.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Erich Frey aus Simmersfeld mit der Ehrennadel des Landes Baden Württemberg ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Schiedsrichterwesen.

Schiedsrichterobmann Erich Frey aus Simmersfeld wurde mit der Ehrennadel des Landes baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rathaus durch Bürgermeister Jochen Stoll statt. Erster Gratulant war CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Blenke (links). Mit auf dem Bild Sieglinde Frey. Foto: Köncke Foto: Schwarzwälder Bote
 
Simmersfeld. Die Verleihung durch Bürgermeister Jochen Stoll fand in Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Thomas Blenke im Sitzungssaal des Rathauses statt. In 35 Jahren hat Frey unzählige Fußballspiele von der Kreis- bis zur Verbandsliga geleitet und sich als Obmann unter anderem um die Nachwuchsförderung gekümmert. "Wer das so lange macht, beweist großes Durchhaltevermögen", lobte Stoll. In der Öffentlichkeit werde der Name des Schiedsrichters meistens nur dann erwähnt, wenn seine Entscheidungen umstritten seien. Fehler könnten passieren, am nötigen Respekt dürfe es trotzdem nicht fehlen, ergänzte Blenke. Leider werde die Wertschätzung immer mehr verschwinden, nicht nur in der Politik, auch im Sport. Die Landesehrennadel werde nicht oft verliehen, fuhr der CDU-Abgeordnete fort. "Man muss schon viel gemacht haben". Auf Frey treffe das hundertprozentig zu. "Mir hat es einfach großen Spaß gemacht", erklärte der gelernte Industriekaufmann.

Frey hat als Achtjähriger in der C-Jugend des SV Enzklösterle mit dem Kicken angefangen und später den Nachwuchs trainiert. Weil damals bei Jugendbegegnungen kein Schiri abgestellt wurde, "habe ich die Heimspiele gepfiffen". Und fand daran Gefallen. Mit 25 Jahren beendete er die Laufbahn als Mittelfeldakteur seines Heimatvereins und meldete sich zum Schiedsrichter-Neulingskurs an. Nach acht Schulungsabenden im Sportheim Emmingen und erfolgreicher Prüfung durfte er zuerst Jugend- und später Punktspiele der Aktiven pfeifen.

Frey tat das so überzeugend, dass ihn Beobachter vom Württembergischen Fußballverband für "höhere Aufgaben" vorschlugen. Er stieg in die Bezirks- und Landesliga auf.

Sein erster Einsatz in der Verbandsliga war vor 500 Zuschauern die Partie SV Hirrlingen gegen 03 Tübingen. "Ich war ziemlich aufgeregt", erinnert sich der 65-Jährige. Die Fahrten mit dem Auto führten ihn jetzt bis nach Ravensburg.

Seine Frau Sieglinde war meistens als Beifahrer dabei. Frey galt in der Szene als ausgezeichneter, aber strenger Unparteiischer, der sich nicht scheute, bei einem grobem Foul die rote Karte zu zeigen. Als er bei einem Punktspiel innerhalb kurzer Zeit vier Platzverweise aussprach, stand am nächsten Tag als Überschrift in der Zeitung: "Er zog schneller als Lucky Luke" (Westernheld einer Comic-Serie).

Das schönste Kompliment sei ihm gemacht worden, als er gesagt bekam: "Wir haben das Spiel verloren, aber Sie haben hervorragend gepfiffen".

In seiner langen Laufbahn gab es nicht nur schöne, sondern unerfreuliche Ereignisse. Bei der Begegnung zwischen Mochenwangen und Marbach fühlte sich die Heimmannschaft schwer benachteiligt. Frey wurde beschimpft, nicht in die Umkleidekabine gelassen "und es gab nichts zu essen".

Ein einziges Mal wurde er auf dem Platz tätlich angegriffen. In Hechingen schlug ihm ein aufgebrachter Kicker in den Rücken. Nach seiner aktiven Zeit war Frey als Schiedsrichterbeobachter unterwegs und bewertete deren Leistung mit Punkten. Außerdem kümmerte er sich als Fußballobmann der Schiedsrichtergruppe Calw um die Nachwuchsförderung und organisierte Neulingskurse.

"Die Nachfrage lässt leider zu wünschen übrig", bedauert Frey. Am liebsten wäre es ihm, wenn sich Kicker nach Ende ihrer aktiven Zeit als Spieler zur Verfügung stellen würden. Am Freitag, 9. April, wird Erich Frey in der Gemeindehalle Gültlingen offiziell verabschiedet. Ganz lassen kann er von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auch dann nicht. Deshalb wird man ihn hin und wieder als Schiedsrichterbeobachter auf den Fußballplätzen der Umgebung antreffen.

Quelle für den Text und Artikel (Schwarzwälder Bote - 17.02.2021)
Autor & Bild: Manfred Köncke